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Kittenfishing: Bedeutung beim Online-Dating

Olav Brunssen
aktualisiert: 7. Oktober 2026 20:21

Kittenfishing bezeichnet eine geschönte Selbstdarstellung beim Dating: Eine Person lässt einzelne Angaben oder Fotos im Profil attraktiver wirken, als sie im Alltag sind. Dabei geht es meist um Übertreibungen oder veraltete Darstellungen, nicht um eine vollständig erfundene Identität.

Die Grenze ist nicht immer eindeutig. Eine Auswahl schöner Fotos oder positiver Seiten ist zunächst normale Selbstdarstellung. Entscheidend ist, ob das Profil dadurch einen deutlich irreführenden Eindruck vermittelt.

Was gehört zum Kittenfishing?

Kittenfishing kann das Aussehen, persönliche Eigenschaften oder den eigenen Alltag betreffen. Typische Beispiele sind:

  • deutlich veraltete Profilbilder, die das heutige Aussehen nicht mehr angemessen zeigen,
  • stark bearbeitete Fotos oder Filter, die wichtige Merkmale verändern,
  • überzeichnete Hobbys, etwa wenn eine seltene Aktivität wie ein fester Lebensinhalt erscheint,
  • geschönte Angaben zu Beruf, Lebensstil oder Dating-Absichten,
  • eine ungenaue Altersangabe, die bewusst einen anderen Eindruck erzeugen soll.

Nicht jede unpräzise Formulierung ist automatisch Kittenfishing. Menschen schätzen beispielsweise unterschiedlich ein, ob sie „gern wandern“ oder nur gelegentlich einen Ausflug machen. Hinweise ergeben sich eher aus der Kombination mehrerer Abweichungen und daraus, wie stark das Profil von der Wirklichkeit entfernt ist.

Wo liegt die Grenze zur normalen Selbstdarstellung?

Ein Dating-Profil ist kein vollständiges Abbild eines Menschen. Wer ein freundliches Foto auswählt und Interessen nennt, über die er oder sie gern spricht, täuscht damit noch niemanden. Auch ein vorteilhafter Blickwinkel ist für sich genommen kein Kittenfishing.

Problematisch wird es, wenn wesentliche Informationen bewusst so dargestellt werden, dass andere ihre Entscheidung auf einer falschen Grundlage treffen. Ein etwas älteres, weiterhin passendes Foto ist anders einzuordnen als eine ganze Bilderauswahl, die das aktuelle Aussehen nicht mehr erkennen lässt.

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Auch die Schwere der Angabe zählt. Ein übertrieben dargestelltes Hobby passt eher zum üblichen Verständnis von Kittenfishing. Konkrete Falschangaben über Alter, Ausbildung, Beziehungsstatus oder die eigene Dating-Absicht können dagegen deutlich über eine kleine Beschönigung hinausgehen.

Kittenfishing und Catfishing: Was ist der Unterschied?

Beim Kittenfishing steht grundsätzlich eine reale Person hinter dem Profil, stellt sich aber in einzelnen Punkten irreführend dar. Catfishing bezeichnet dagegen eine erhebliche Täuschung über die eigene Identität. Dazu können eine erfundene Person, fremde Bilder oder weitreichend falsche Identitätsangaben gehören.

Die Übergänge können unscharf sein. Wenn beispielsweise nicht nur einzelne Eigenschaften geschönt werden, sondern kaum noch überprüfbar ist, wer tatsächlich hinter einem Profil steht, ist die Bezeichnung Catfishing meist treffender. Kittenfishing sollte deshalb nicht verharmlost werden, ist aber auch nicht automatisch mit Identitätsbetrug gleichzusetzen.

Wie kannst du mit widersprüchlichen Angaben umgehen?

Fällt dir eine Abweichung auf, kannst du sie zunächst offen ansprechen, ohne der anderen Person sofort eine Absicht zu unterstellen. Eine mögliche Formulierung lautet: „Dein Profilfoto scheint schon etwas älter zu sein. Magst du erzählen, wann es entstanden ist?“ So bekommt die Person Gelegenheit, den Unterschied einzuordnen.

Du musst den Kontakt allerdings nicht fortsetzen, wenn du dich getäuscht fühlst oder das Vertrauen fehlt. Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn sich Widersprüche häufen, Nachfragen abgewehrt werden oder Druck entsteht. Solche Verhaltensweisen können unabhängig vom Begriff Kittenfishing Warnsignale beim Dating sein.

Für ein erstes Treffen gelten dieselben grundlegenden Vorsichtsmaßnahmen wie bei anderen Online-Kontakten: Trefft euch an einem öffentlichen Ort, organisiert eure An- und Abreise möglichst unabhängig und teilt zunächst nur persönliche Informationen, mit denen ihr euch wohlfühlt. Geldforderungen oder dringende finanzielle Notlagen gehören nicht zum typischen Kittenfishing und sollten gesondert kritisch geprüft werden.

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Wenn du dein eigenes Profil prüfen möchtest

Ein ehrlicher Eindruck muss weder unvorteilhaft noch vollständig sein. Hilfreich ist eine kurze Selbstprüfung:

  • Sind die Fotos aktuell genug, um dich beim Treffen wiederzuerkennen?
  • Zeigen die Bilder unterschiedliche, realistische Seiten von dir?
  • Passen die genannten Interessen zu deinem tatsächlichen Alltag?
  • Sind wichtige Angaben wie Alter, Beziehungsstatus und Dating-Absicht korrekt?
  • Würdest du dich mit der Darstellung auch bei einem persönlichen Treffen wohlfühlen?

Fazit

Kittenfishing liegt zwischen positiver Selbstdarstellung und deutlicher Identitätstäuschung. Gemeint sind geschönte oder übertriebene Angaben einer grundsätzlich realen Person. Für die Einordnung zählt nicht eine kleine Abweichung allein, sondern ob das Profil insgesamt einen irreführenden Eindruck erzeugt und dadurch Vertrauen beeinträchtigt.

Quellen

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