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Serendipidating: Bedeutung und Beispiele beim Dating

Olav Brunssen
aktualisiert: 7. Oktober 2026 20:22

Serendipidating bezeichnet in manchen Dating-Glossaren das bewusste Aufschieben eines Dates oder einer möglichen Beziehung, weil jemand auf eine vermeintlich bessere Option hofft. Der wenig verbreitete Ausdruck beschreibt damit ein vermutetes Motiv: Ein Kontakt wird offengehalten, ohne sich auf ein Treffen oder den nächsten Schritt einzulassen.

Von außen lässt sich dieses Motiv allerdings selten sicher erkennen. Ein verschobenes Date kann ebenso mit Arbeit, Krankheit, Unsicherheit, fehlender Energie oder anderen persönlichen Umständen zusammenhängen. Nicht jedes Zögern ist deshalb Serendipidating.

Wie kann sich Serendipidating beim Online-Dating zeigen?

Beim Online-Dating kann das beschriebene Muster auftreten, wenn mehrere Kontakte interessant wirken und eine Person sich nicht festlegen möchte. Die Unterhaltung läuft weiter, doch ein konkretes Treffen wird immer wieder vertagt. Dahinter kann die Vorstellung stehen, dass sich noch ein besser passender Kontakt oder eine reizvollere Gelegenheit ergibt.

Beobachtbar ist zunächst nur die unverbindliche Planung. Mögliche Hinweise sind:

  • Terminvorschläge bleiben wiederholt ohne klare Bestätigung.
  • Verabredungen werden kurzfristig verschoben, ohne dass ein Ersatztermin folgt.
  • Der Kontakt zeigt Interesse im Chat, vermeidet aber über längere Zeit einen konkreten nächsten Schritt.
  • Ein Termin soll bis zuletzt offengehalten werden, obwohl du Planungssicherheit brauchst.

Keiner dieser Punkte beweist für sich allein, dass jemand auf eine bessere Option wartet. Aussagekräftiger wird das Muster erst, wenn es sich wiederholt und ein offenes Gespräch keine Klarheit bringt.

Ein Beispiel für unverbindliche Planung

Zwei Menschen schreiben gern miteinander und möchten etwas trinken gehen. Dienstag und Sonntagabend stehen zur Auswahl, doch Ort und Uhrzeit werden nicht bestätigt. Auf Nachfragen folgen freundliche, aber vage Antworten. Das Gespräch geht weiter, während das Treffen über mehrere Wochen offenbleibt.

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Das kann dem als Serendipidating bezeichneten Muster entsprechen – das Verhalten allein verrät jedoch noch nicht den Grund. Anders liegt der Fall, wenn eine Person nachvollziehbar absagt und von sich aus einen konkreten Ersatztermin anbietet. Dann handelt es sich eher um eine gewöhnliche Terminänderung.

Warum wird das Verhalten Serendipidating genannt?

Der Ausdruck verbindet „Serendipity“ mit „Dating“. Serendipity bezeichnet das zufällige Entdecken von etwas Interessantem oder Wertvollem. Beim hier beschriebenen Dating-Verhalten steht dagegen das Warten auf eine vermeintlich bessere Möglichkeit im Mittelpunkt.

Der Begriff taucht vor allem in Sammlungen moderner Dating-Ausdrücke auf und ist im allgemeinen Sprachgebrauch wenig verbreitet. Er kann ein Verhalten anschaulich benennen, ersetzt aber kein Gespräch über Erwartungen und Verbindlichkeit.

Abgrenzung zu Ghosting und FOMO

Serendipidating hält ein mögliches Treffen offen; Ghosting beendet den Kontakt ohne Erklärung. Beim Serendipidating können weiterhin Nachrichten kommen, obwohl konkrete Pläne ausbleiben. Bei einem vollständigen Kontaktabbruch gibt es dagegen keine weitere Antwort.

Auch FOMO, die Angst, etwas zu verpassen, kann eine Rolle spielen. Wer ständig eine noch interessantere Begegnung erwartet, hält sich möglicherweise mehrere Möglichkeiten offen. FOMO ist jedoch nur eine mögliche Erklärung und keine Voraussetzung für Serendipidating.

Wie kannst du mit unverbindlicher Planung umgehen?

Du musst nicht erraten, was die andere Person denkt. Hilfreicher ist es, das beobachtbare Verhalten anzusprechen und zu sagen, was du für deine Planung brauchst. Eine ruhige Nachricht könnte lauten:

„Ich treffe dich gern. Wenn der Termin bis morgen nicht feststeht, plane ich den Abend anders. Wir können später nach einem neuen Termin schauen.“

Damit setzt du eine Grenze, ohne Druck auf ein Treffen auszuüben. Niemand schuldet einer anderen Person ein Date, und eine Absage ist zu respektieren. Gleichzeitig darfst du entscheiden, wie lange du Zeit für einen dauerhaft vagen Kontakt freihalten möchtest.

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Bleiben Absprachen trotz einer klaren Nachfrage unverbindlich, kannst du dich zurückziehen oder den Kontakt lockerer behandeln. Das muss kein Vorwurf sein. Ein kurzer Hinweis wie „Unsere Planung passt gerade nicht zusammen, deshalb lasse ich das Treffen erst einmal offen“ schafft Klarheit und schützt deine Zeit.

Fazit

Serendipidating bezeichnet in manchen Dating-Glossaren das Aufschieben eines Dates in der Hoffnung auf eine vermeintlich bessere Option. Ob dieses Motiv tatsächlich vorliegt, lässt sich aus einer einzelnen Absage nicht ablesen. Wiederholt vage Absprachen kannst du offen ansprechen und zugleich deine eigenen Grenzen bei der Planung wahren.

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