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The Ick: Bedeutung beim Dating und richtige Einordnung

Olav Brunssen
aktualisiert: 7. Oktober 2026 20:26

The Ick bezeichnet eine plötzlich auftretende Abneigung gegenüber einer Person, an der zuvor romantisches oder sexuelles Interesse bestand. Ausgelöst werden kann sie durch ein Verhalten, eine Äußerung oder eine kleine Alltagsszene. Das Gefühl ist subjektiv: Es sagt zunächst mehr über die eigene Reaktion aus als über den Wert des Gegenübers.

Der englische Ausdruck lässt sich ungefähr mit „Bäh-Gefühl“ oder einem plötzlichen Verlust der Anziehung übersetzen. Im Deutschen wird meist die englische Form verwendet. Üblich sind Formulierungen wie „Ich habe den Ick bekommen“ oder „Das hat mir den Ick gegeben“.

Was bedeutet The Ick beim Dating?

Ein Ick beschreibt einen schnellen Stimmungswechsel: Eben wirkte ein Mensch noch anziehend, kurz darauf entsteht Distanz oder sogar Abwehr. Dabei muss der Auslöser weder schwerwiegend noch für andere nachvollziehbar sein. Es gibt keine feste Liste. Menschen reagieren verschieden auf alltägliche Dinge.

Ein Ick kann schon im Chat entstehen, etwa durch eine bestimmte Art zu schreiben. Beim persönlichen Kennenlernen können außerdem Gestik, Umgangsformen und Gewohnheiten den bisherigen Eindruck verändern. Manchmal geht es nur um Geschmack, manchmal berührt die Situation eine persönliche Grenze.

Beispiele aus Chat und Date

  • Eine wiederholt verwendete Redewendung verändert plötzlich den bisherigen Eindruck.
  • Beim Treffen wirkt eine Angewohnheit unerwartet unattraktiv, obwohl sie niemandem schadet.
  • Eine Person behandelt Servicepersonal unfreundlich und die Anziehung verschwindet.
  • Im Chat werden Grenzen übergangen, nachdem sie klar angesprochen wurden.

Diese Beispiele sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, sollten aber nicht gleich bewertet werden. Eine harmlose Angewohnheit ist etwas anderes als respektloses oder grenzverletzendes Verhalten.

Ick, Cringe, Unvereinbarkeit oder Red Flag?

Der Begriff wird im Alltag recht locker verwendet. Für die eigene Entscheidung kann es deshalb helfen, genauer hinzusehen.

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Cringe: Fremdscham statt verlorener Anziehung

„Cringe“ bezeichnet meist Fremdscham: Eine Äußerung oder Situation wirkt peinlich oder unangenehm. Beim Ick steht dagegen die veränderte Anziehung gegenüber einer bestimmten Person im Mittelpunkt. Beides kann gleichzeitig auftreten, ist aber nicht dasselbe.

Unvereinbarkeit: unterschiedliche Werte und Lebensziele

Verschiedene Vorstellungen über Kinder, Beziehungsformen, Religion oder den künftigen Wohnort sind keine bloßen Icks. Sie betreffen wichtige Werte oder Lebensentscheidungen. Solche Unterschiede können gegen eine Beziehung sprechen, auch wenn weiterhin Sympathie und Anziehung vorhanden sind.

Red Flag: ein mögliches Warnzeichen ernst nehmen

Respektlosigkeit, Kontrolle, Drohungen, Manipulation oder das wiederholte Missachten von Grenzen sollten nicht als nebensächliches Bäh-Gefühl abgetan werden. Sie können ein ernstes Warnzeichen darstellen. Mehr dazu erklärt der Beitrag über Red Flags beim Dating.

Die Unterscheidung ist wichtig: Ein Ick kann sich auf eine harmlose Eigenart beziehen. Eine Red Flag betrifft dagegen Verhalten, das Vertrauen, Respekt oder Sicherheit beeinträchtigen kann.

Wie lässt sich ein Ick einordnen?

Niemand ist verpflichtet, einen Kontakt fortzusetzen, wenn die Anziehung fehlt. Du musst das Gefühl auch nicht wegdiskutieren. Wenn Du unsicher bist, kann eine kurze Selbstprüfung dabei helfen, einen flüchtigen Moment nicht vorschnell zur Bewertung der ganzen Person zu machen.

  • Einmalig oder wiederholt? War es eine einzelne unbeholfene Situation oder zeigt sich ein dauerhaftes Muster?
  • Geschmack oder Grenze? Stört Dich eine harmlose Eigenart, oder wurde etwas getan, das Deinen Werten und Grenzen widerspricht?
  • Person oder Situation? Gilt die Abneigung wirklich dem Gegenüber, oder haben Stress, Nervosität oder die Umgebung den Moment geprägt?
  • Neugier oder Widerstand? Möchtest Du die Person freiwillig weiter kennenlernen, oder fühlt sich ein weiteres Treffen nur wie eine Pflicht an?
  • Sicher oder unwohl? Bei Druck, Angst oder Grenzüberschreitungen hat die eigene Sicherheit Vorrang.
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Gerade in der Kennenlernphase treffen erste Eindrücke, Erwartungen und Nervosität aufeinander. Eine Irritation kann sich als flüchtiger Moment erweisen oder bestehen bleiben. Beides ist möglich.

Wie sage ich nach einem Ick respektvoll ab?

Eine Absage braucht keine detaillierte Liste vermeintlicher Fehler. Gerade harmlose Eigenheiten müssen nicht kommentiert oder lächerlich gemacht werden. Eine kurze, klare Nachricht genügt häufig:

„Danke für das Treffen. Für mich hat sich die Verbindung nicht so entwickelt, wie ich gehofft hatte. Deshalb möchte ich das Kennenlernen nicht fortsetzen. Ich wünsche Dir alles Gute.“

Wenn ein konkretes Verhalten eine Grenze verletzt hat, darf die Rückmeldung deutlicher ausfallen: „Ich habe gesagt, dass ich das nicht möchte. Dass Du diese Grenze erneut übergangen hast, war für mich nicht in Ordnung. Ich beende deshalb den Kontakt.“ Eine Erklärung ist jedoch nicht erforderlich, wenn sie sich unsicher anfühlt.

Wie wird der Ausdruck verwendet?

Englische Wörterbücher führen „ick“ sowohl als informellen Ausruf für Ekel oder Abneigung als auch als Substantiv. „The ick“ bezeichnet dort ein plötzliches Gefühl der Abneigung, häufig gegenüber einer Person, die zuvor anziehend wirkte. Die Wörterbucheinträge stützen damit die heutige Bedeutung des Dating-Begriffs, belegen aber keinen einzelnen Ursprung.

Fazit

The Ick beschreibt den plötzlichen Verlust von Anziehung. Das Gefühl darf ernst genommen werden, ist aber keine objektive Bewertung des Gegenübers. Entscheidend ist, ob nur eine harmlose Eigenart irritiert, grundlegende Unvereinbarkeit sichtbar wird oder ein echtes Warnzeichen vorliegt. Wer den Kontakt beenden möchte, kann das klar tun, ohne die andere Person abzuwerten.

Quellen

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